Häusliche Gewalt in der Nachbarschaft – Hast du das auch gehört?
Sechs Tipps für nachbarschaftliche Solidarität - Ein wichtiger Ansatz zur Prävention von häuslicher Gewalt. 15.04.2020

 

Wir alle sind gefragt, genauer hinzuhören und Zivilcourage zu beweisen, natürlich ohne uns selbst dabei in Gefahr zu bringen.

Zur Sensibilisierung für dieses wichtige Thema hat die Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“ beim Landespräventionsrat Niedersachsen im Nds. Justizministerium gemeinsam mit dem Nds. Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung die Kampagne „Hast du das auch gehört?“ gestartet. Unter dem Motto „Eine aufmerksame Nachbarschaft ist die beste Prävention“ macht die Kampagne auf das Thema „Häusliche Gewalt in der Nachbarschaft“ aufmerksam und fasst einige grundlegenden Handlungsoptionen zusammen:

Häusliche Gewalt geht uns alle an.
Eine aufmerksame Nachbarschaft ist die beste Prävention.
Tipp 1
Das eigene Zuhause ist für viele nicht immer ein sicherer Ort. Und häusliche
Gewalt ist keine Privatsache, sondern eine Straftat. Die Gewalt kann in
vielen verschiedenen Formen auftreten, zum Beispiel durch Schläge, aber
auch psychisch durch Bedrohungen, sexualisiert durch Missbrauch oder
wirtschaftlich durch finanzielle Kontrolle.

 

Tipp 2
Wenn Sie das Gefühl haben, das ist nicht nur ein „normaler Streit“
– ignorieren Sie dies nicht. Seien Sie aufmerksam. Sprechen Sie mit
anderen Nachbar*innen darüber.

 

Tipp3
Hängen Sie Flyer von Hilfsangeboten vor Ort im Hausflur auf. Oder
drucken Sie Zettel mit der Rufnummer des bundesweiten Hilfetelefons 08000116016*, die Sie zum Beispiel in Briefkästen werfen können.

 

Tipp 4
Sprechen Sie die betroffene Person an und fragen Sie vorsichtig nach,
ob alles in Ordnung ist. Bieten Sie Hilfe an (z.B. bei Arztbesuchen,
Vermittlung zu Beratungsstellen). Wichtig ist, dass Sie allein mit der
betroffenen Person sprechen. Lassen Sie sich nicht abschrecken, falls diese
alles abstreitet.

 

Tipp 5
Versuchen Sie, akute Konfliktsituationen zu unterbrechen. Klingeln Sie unter einem Vorwand und fragen z.B. nach Mehl oder Eiern.
Wichtig: wenn Sie sich unsicher fühlen, rufen Sie lieber gleich die Polizei.

 

Tipp 6

Wenn es nebenan bedrohlich wird, sollten Sie nicht zögern.

Rufen Sie den polizeilichen Notruf unter 110.

Ihr Anruf kann Leben retten.