26.03.2020
Stiftung Deutsche Depressionshilfe:

Tipps zum Umgang mit Depression in Zeiten des Corona-Virus

 

"Die mit dem Corona-Virus verbundenen Ängste und Einschränkungen stellen für an Depression erkrankte Menschen große Herausforderungen dar. [...]


Tipps für die Zeit der Einschränkungen 

    Struktur: Planen Sie Ihren Tag und Ihre Woche im Vorfeld. Vom morgendlichen Aufstehen, Arbeitszeiten, Mahlzeiten bis hin zu schönen Dingen, wie lesen, musizieren, Serien schauen, Balkon bepflanzen oder Entspannungsübungen.

    Bleiben Sie aktiv! Eine Runde Joggen oder mit dem Fahrrad fahren tuen gut. Falls Sie zuhause bleiben, können Sie auch in der Wohnung Yoga oder einen Online-Sportkurs machen. Viele Medien und Fitness-Center bieten derzeit solche Angebote kostenlos an.

    Kontakte: Wenn Sie im Homeoffice sind oder gar in Quarantäne, verabreden Sie sich mit Freunden und Familie zum Telefonieren. Sprechen Sie dabei nicht nur über das Corona-Virus, sondern versuchen Sie sich auch mit anderen Themen abzulenken.

    Schlaf: Sie fühlen sich erschöpft und neigen dazu, sich ins Bett zurück zu ziehen? Dies führt jedoch oft zur Zunahme des Erschöpfungsgefühls und der Schwere der Depression. Deshalb sollten Sie nicht früher ins Bett gehen und sich auch tagsüber nicht hinlegen. Eine feste Tagesplanung kann dabei helfen.

    Therapie: Auch während der bundesweiten Kontaktsperre können Sie in Ihre  psychotherapeutische Praxis gehen.  Die Besuche dort fallen unter die Regelungen zum "Arztbesuch", und Psychotherapie ist eine "notwendige medizinische Leistung". Falls Sie z.B. aufgrund einer Quarantäne nicht zu Ihrem Psychotherapeuten gehen können, bieten viele Praxen inzwischen Telefon- oder Video-Sprechstunden an. Die geltenden Beschränkungen wurden angesichts der Corona-Pandemie deutlich gelockert. Fragen Sie bei Ihrem Therapeuten nach. Mehr zu Video-Sprechstunden finden Sie bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung.

    Hilfe: Hausärzte, Psychiater und psychiatrische Kliniken haben nach wie vor geöffnet. Scheuen Sie sich nicht, in akuten Krisen nach Hilfe zu fragen.

    Seriöse Informationen: Fakten mindern Ängste. Nutzen Sie seriöse Quellen, um sich zu informieren (z.B. Robert-Koch-Institut, BZgA) und begrenzen Sie Ihren Nachrichtenkonsum auf 1 bis 2 mal täglich." 

(Deutsche Depressionshilfe)


Digitale Hilfe während der Corona-Krise
Das "Online-Programm iFightDepression" der deutschen Depressionshilfe "unterstützt Betroffene beim Umgang mit den Symptomen einer Depression und gibt praktische Hinweise für den Alltag. Übungen helfen, den Tag zu strukturieren und negative Gedankenkreise zu durchbrechen. (...)
Da viele Patienten durch das Corona-Virus zuhause bleiben müssen, ist das Programm nun (...) für 6 Wochen auch ohne Begleitung zugänglich. Betroffene können sich formlos über die E-Mail-Adresse ifightdepression@deutsche-depressionshilfe.de anmelden und werden dann freigeschaltet."
Weitere Infos zum Programm gibt es unter:

www.deutsche-depressionshilfe.de/ifightdepression