Strafgesetzbuch (StGB) und häusliche Gewalt

Viele Handlungen, die im Rahmen häuslicher Gewalt geschehen, sind Straftaten im Sinne des Strafgesetzbuches. Das ist Vielen, die alltäglich häusliche Gewalt erfahren, nicht bewusst. Um dies zu verdeutlichen haben wir hier die Artikel des Strafgesetzbuches, die in unserer Praxis am häufigsten berührt werden.

Der Übersichtlichkeit halber finden sie im folgenden die Gesetzestexte nach Unterkapiteln des Strafgesetzbuches gegliedert. Wenn Sie auf eines der Unterkapitel klicken, sehen Sie die kompletten Gesetzestexte.

 

Straftaten gegen die Ehe und Familie (StGB)
§ 170 Verletzung der Unterhaltspflicht
§ 171 Verletzung der Fürsorge- oder Erziehungspflicht
§ 172 Doppelehe; doppelte Lebenspartnerschaft


Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (StGB)
§ 174 Sexueller Mißbrauch von Schutzbefohlenen
§ 176 Sexueller Mißbrauch von Kindern
§ 177 Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung
§ 182 Sexueller Mißbrauch von Jugendlichen
§ 184 Verbreitung pornographischer Schriften
§ 184b Verbreitung, Erwerb und Besitz kinderpornographischer Schriften
§ 184c Verbreitung, Erwerb und Besitz jugendpornographischer Schriften
§ 184i Sexuelle Belästigung
§ 184j Straftaten aus Gruppen


Beleidigung  (StGB)
§ 185 Beleidigung
§ 186 Üble Nachrede
§ 187 Verleumdung
§ 199 Wechselseitig begangene Beleidigungen

Straftaten gegen die körperliche Unversehrtheit (StGB)
§ 223 Körperverletzung
§ 224 Gefährliche Körperverletzung
§ 225 Mißhandlung von Schutzbefohlenen
§ 226 Schwere Körperverletzung
§ 226a Verstümmelung weiblicher Genitalien

Straftaten gegen die persönliche Freiheit laut Strafgesetzbuch (StGB)
§ 235 Entziehung Minderjähriger
§ 237 Zwangsheirat
§ 238 Nachstellung
§ 239 Freiheitsberaubung
§ 240 Nötigung
§ 241 Bedrohung

Sonstiges im Strafgesetzbuch (StGB)Auszug aus dem StGB im Originalwortlaut, Stand 21.04.2020:


"§ 253 Erpressung
(1) Wer einen Menschen rechtswidrig mit Gewalt oder durch Drohung mit einem empfindlichen Übel zu einer Handlung, Duldung oder Unterlassung nötigt und dadurch dem Vermögen des Genötigten oder eines anderen Nachteil zufügt, um sich oder einen Dritten zu Unrecht zu bereichern, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Rechtswidrig ist die Tat, wenn die Anwendung der Gewalt oder die Androhung des Übels zu dem angestrebten Zweck als verwerflich anzusehen ist.
(3) Der Versuch ist strafbar.
(4) In besonders schweren Fällen ist die Strafe Freiheitsstrafe nicht unter einem Jahr. Ein besonders schwerer Fall liegt in der Regel vor, wenn der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande handelt, die sich zur fortgesetzten Begehung einer Erpressung verbunden hat."

"§ 303 Sachbeschädigung
(1) Wer rechtswidrig eine fremde Sache beschädigt oder zerstört, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
(2) Ebenso wird bestraft, wer unbefugt das Erscheinungsbild einer fremden Sache nicht nur unerheblich und nicht nur vorübergehend verändert.
(3) Der Versuch ist strafbar."